Die Eröffnungsparty in der ehemaligen Maschinenhalle einer Druckerei zog zahlreiche Berliner Kulturschaffende an. An den Wänden hingen SchwarzWeiß-Fotografien, die Hartmanns Reisen durch die Ateliers der ostdeutschen Zulieferer dokumentieren, und als Musik legte ein befreundeter DJ auf. Statt Champagner gab es regionale Säfte und Backwaren von einem Bio-Bäcker aus Prenzlauer Berg. Hartmann führte die Gäste persönlich durch die Räume und erläuterte die Geschichten hinter den einzelnen Stücken. Seine Schauspielkollegin Karoline Herfurth trug bereits eine Jacke aus der Kollektion und schwärmte von dem angenehmen Tragegefühl.
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Für Hartmann ist die Gründung des Labels auch ein Ausdruck seines Wunsches, sich nicht mehr nur über seine Rollen zu definieren. Nachdem er in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Portfolio an Charakteren gespielt hatte, suchte er nach einer kreativen Herausforderung, bei der er die Fäden selbst in der Hand hält. Der Schauspieler plant, einen Teil der Erlöse in ein Ausbildungsprogramm für textile Berufe in der Lausitz zu investieren, weil dort junge Fachkräfte fehlten. Er selbst wolle sich künftig nur noch auf wenige ausgewählte Filmprojekte konzentrieren, um den Löwenanteil seiner Zeit dem jungen Modeunternehmen zu widmen.
Ob das Label sich wirtschaftlich trägt, wird sich erst nach den ersten beiden Saisons zeigen. Hartmann setzt auf einen Direktvertrieb über einen eigenen Online-Shop und Pop-up-Stores in Hamburg und München. Er hofft, dass seine Kundschaft den Wert von langlebiger Kleidung erkennt und bereit ist, dafür ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Berlin ist ein hartes Pflaster für junge Modelabels, aber Hartmann bringt nicht nur eine Bekanntheit mit, sondern auch das nötige Ernsthaftigkeit und eine klare Ästhetik. Die Kombination aus Filmwelt und nachhaltigem Design könnte ein Modell sein, das Schule macht.
