Der Bundesparteitag der AfD in der Magdeburger Messehalle ist von mehreren Tausend Demonstrierenden begleitet worden, die unter dem Motto „Gegen Hass und Hetze“ auf die Straße gingen. Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Antirassismus-Initiativen und Studierendenverbänden hatte zu den Protesten aufgerufen, die bereits am frühen Morgen begannen und bis zum Abend andauerten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent und schirmte das Messegelände weiträumig ab, kam aber nur bei vereinzelten Sitzblockaden und Farbbeutelwürfen in Zugzwang. Insgesamt blieb die Lage überwiegend friedlich, auch wenn die Stimmung auf beiden Seiten emotional aufgeheizt war.
Innerhalb der Messehalle bestätigten die Delegierten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla mit großer Mehrheit in ihren Ämtern und verabschiedeten ein Positionspapier, das den Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union als langfristiges Ziel festschreibt. In mehreren Reden wurde die Bundesregierung scharf attackiert und ein sofortiger Stopp der als ungesteuert bezeichneten Zuwanderung gefordert. Der Europapolitiker Maximilian Krah, der für die Bundestagswahl als Spitzenkandidat gehandelt wird, rief dazu auf, die AfD müsse über die reine Oppositionsrolle hinauswachsen und sich als regierungsfähige Alternative präsentieren.
Draußen auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich die Gegendemonstranten und skandierten Parolen wie „Alle zusammen gegen den Faschismus“. Die Veranstalter sprachen von über zehntausend Teilnehmenden, die Polizei von sechstausend. Auf der Bühne traten lokale Bands, Vertreter von Minderheitenorganisationen und ein Überlebender des rassistischen Anschlags von Halle auf, der eindringlich vor der Normalisierung rechtsextremer Positionen warnte. Der Magdeburger Oberbürgermeister, der der SPD angehört, sprach zu den Versammelten und nannte den Parteitag eine Provokation für die weltoffene Stadt, gegen die es ein klares Zeichen zu setzen gelte.
