Die Startseite Politik Hessens Spitzenkandidaten diskutieren bei Bürgerforum

Hessens Spitzenkandidaten diskutieren bei Bürgerforum

von Hauke Pröll

Werbung

Beim ersten großen Bürgerforum des hessischen Landtagswahlkampfs in der Jahrhunderthalle Frankfurt haben die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von CDU, SPD, Grünen, FDP und AfD ihre Positionen zu den drängendsten Themen des Landes vorgestellt und sich den Fragen Dutzender Bürgerinnen und Bürger gestellt. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) präsentierte sich als Mann der inneren Sicherheit und der Wirtschaft, verwies auf die gesunkene Kriminalitätsrate und die niedrige Arbeitslosigkeit im Land und kündigte einen Stopp der weiteren Verschuldung an. Die SPD-Herausforderin Nancy Faeser musste, obgleich sie Bundesinnenministerin ist, vor allem landespolitische Kompetenz zeigen und machte die Themen Bildung und Wohnungsbau zu ihren zentralen Versprechen.

Werbung

Die Vertreterin der Grünen, Tarek Al-Wazir, der derzeit Wirtschaftsminister in der schwarz-grünen Koalition ist, betonte die Erfolge beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaik und warb für einen zweiten grünen Kabinettssitz. Die FDP-Spitzenkandidatin Bettina Stark-Watzinger, die im Bund Bildungsministerin ist, versuchte, vor allem mit dem Versprechen einer modernisierten Schulpolitik und dem Ziel, jeden Grundschulabsolventen lesen und schreiben zu lassen, zu punkten. Der AfD-Kandidat Robert Lambrou griff die Regierung wegen der Flüchtlingspolitik an und erntete dafür ebenso Applaus wie Protestrufe aus dem Publikum.

Die Bürgerfragen drehten sich vor allem um die Themen Verkehrschaos im Rhein-Main-Gebiet, bezahlbaren Wohnraum und die Situation an den Schulen, wo Lehrermangel und Digitalisierung die Gemüter erhitzen. Eine Erzieherin fragte, wie die Politik verhindern wolle, dass noch mehr Kitas wegen Personalmangels ihre Öffnungszeiten verkürzen müssten, und bekam von allen Parteien Bekenntnisse zu mehr Ausbildungsplätzen, aber unterschiedliche Konzepte präsentiert. Ein Rentnerpaar wollte wissen, warum die Rente in Hessen trotz satter Steuereinnahmen nicht sicherer sei – eine Frage, die die Kandidaten auf die Bundespolitik abwälzten, was dem Publikum kaum gefiel.

Sie können auch mögen