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Ärzteverbände warnen vor Gesundheitsrisiken der Legalisierung

von Hauke Pröll

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Führende deutsche Ärzteverbände haben in einer gemeinsamen Stellungnahme vor den Gesundheitsrisiken der von der Bundesregierung geplanten Cannabis-Legalisierung gewarnt. Die Bundesärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sowie die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin äußerten sich besorgt darüber, dass die Risiken des Konsums, insbesondere für junge Menschen, in der öffentlichen Debatte zu wenig Beachtung fänden. Sie appellierten an den Gesetzgeber, strenge Auflagen für den Jugendschutz, umfassende Präventionskampagnen und eine flächendeckende Frühintervention vorzusehen, bevor die ersten Verkaufsstellen eröffneten. Der Fokus müsse darauf liegen, den Schwarzmarkt auszutrocknen, und nicht darauf, Cannabis als gesundheitlich harmlos darzustellen.

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Die Mediziner verwiesen auf eine aktuelle Metaanalyse der Universität Köln, die einen Zusammenhang zwischen intensivem Cannabiskonsum im Jugendalter und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung schizophrenieartiger Psychosen belegt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei genetisch vorbelasteten Jugendlichen, die mehrmals pro Woche Cannabis konsumierten, das Psychoserisiko um das Drei- bis Vierfache anstieg. Darüber hinaus sei mit einer Zunahme von kognitiven Beeinträchtigungen, Aufmerksamkeitsstörungen und Schulabbrüchen zu rechnen, wenn die Verfügbarkeit steige und die soziale Kontrolle sinke. Eine Vertreterin der Kinderärzte sagte, sie befürchte eine neue Welle junger Patienten, die nach einer Phase vermeintlich harmlosen Ausprobierens mit schweren psychischen Problemen in die Praxen kämen.

Die Bundesregierung verwies darauf, dass der vorgelegte Gesetzentwurf genau aus diesem Grund enge Grenzen setze. Die Abgabe soll nur an Erwachsene ab 18 Jahren in zertifizierten Fachgeschäften erfolgen, und der Wirkstoffgehalt werde streng kontrolliert. Bildungskampagnen über die Risiken seien ein integraler Bestandteil des Konzepts und mit den Ländern verabredet. Das Argument der Regierung lautet, dass der bisherige Verbotsansatz gescheitert sei und der illegale Markt mit verunreinigten Substanzen floriere, während der Jugendschutz in der Schattenwirtschaft faktisch nicht existiere.

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