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Sängerin veröffentlicht überraschend neues Album nach Pause

von Hauke Pröll

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Die Sängerin Lena Schneider, die sich nach ihrer letzten Tour vor knapp vier Jahren fast vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, hat in der Nacht zum Freitag ohne Vorankündigung ein neues Album veröffentlicht. Unter dem Titel „Tau“ stellt sie zwölf Titel vor, die in Eigenregie in einem kleinen Studio am Starnberger See entstanden sind und sich stilistisch radikal von ihren früheren Pop-Hymnen entfernen. Statt großer Chöre und elektronischer Beats dominieren akustische Gitarren, reduzierte Streicherarrangements und eine sanft brüchige Stimme, die intimere Geschichten vom Erwachsenwerden und Loslassen erzählt. Die Ankündigung erfolgte lediglich über einen minimalistischen Social-Media-Post, auf dem sie selbst mit ihrem Hund im Arm auf einer Wiese sitzt und die schlichte Zeile „Heute Nacht. Tau. L.“ zu lesen war.

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Die Platte erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem kaum noch jemand mit neuer Musik von Schneider gerechnet hatte. Die 36-Jährige hatte 2021 eine ausverkaufte Stadiontour abrupt abgesagt und erklärte damals, sie leide unter schweren Erschöpfungszuständen und müsse sich eine Auszeit nehmen. Seither wurde es ruhig um sie. Nur sporadisch tauchten Fotos in der Boulevardpresse auf, die sie bei Spaziergängen mit der Familie zeigten. Dass sie im Verborgenen unermüdlich an neuen Songs gearbeitet hat, überraschte selbst ihr engstes Umfeld, wie ihr langjähriger Manager zugab. Die Plattenfirma Universal wurde erst vor drei Wochen ins Vertrauen gezogen und will das Album nun einem breiten Publikum zugänglich machen, ohne den klassischen Marketingzyklus zu bemühen.

Die Texte des Albums sind geprägt von Themen wie Selbstzweifel, der Suche nach Authentizität und der Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit. In dem Stück „Scherben“ singt sie davon, wie sie zusehen musste, wie ein Lebenstraum in tausend Teile zerbricht, und wie sie daraus etwas Neues formte. Ein anderes Lied mit dem Titel „Lissabonner Brief“ reflektiert eine unerfüllte Liebe, die sie während einer Reise verarbeitet. Der gesamte Longplayer verzichtet auf Gastbeiträge und setzt ganz auf ihre Stimme, die im Vordergrund der reduzierten Instrumentierung steht. Musikkritiker zogen bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung Vergleiche zur Spätphase von Joni Mitchell und sprachen von einem berührenden Statement einer Künstlerin, die sich von den Erwartungen der Industrie gelöst habe.

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