Die Startseite Berühmtheit TV-Moderatorin bricht Schweigen nach monatelanger Hasskampagne

TV-Moderatorin bricht Schweigen nach monatelanger Hasskampagne

von Hauke Pröll

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Viele Kollegen aus Funk und Fernsehen bekundeten ebenfalls ihre Unterstützung und berichteten von eigenen ähnlichen Erfahrungen. Eine anonyme Umfrage unter Moderatorinnen und Reportern ergab, dass über sechzig Prozent der Befragten bereits Opfer von Online-Attacken geworden sind, wobei sich die Aggression häufig gegen Frauen richtet. Brenner erklärte, sie wolle nun ein Netzwerk mit einer Notfallhotline ins Leben rufen, das Betroffenen schnell und unbürokratisch rechtliche und psychologische Ersthilfe bieten könne. Außerdem plane sie eine Dokumentation über die Mechanismen digitaler Hetze, die nicht nur die Opfer zeigen, sondern auch die Täterseite beleuchten solle.

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Trotz der Belastungen hat sich Brenner entschieden, ihre Sendung weiter zu moderieren und sich nicht vertreiben zu lassen. Sie sei zu dem Schluss gekommen, dass ein Rückzug genau das Signal senden würde, das die Täter erreichen wollten. Der Sender hat unterdessen ein umfassendes Schutzkonzept umgesetzt, das die Entpersonalisierung privater Daten im Internet und die Einrichtung eines eigenen Ermittlungsteams innerhalb der hauseigenen Rechtsabteilung umfasst. Brenner erhielt zudem die Möglichkeit, vorübergehend im Ausland zu produzieren, was sie jedoch als Flucht vor dem Problem ablehnte.

Das Interview endet mit einem leisen, aber entschlossenen Appell. Die Gesellschaft müsse sich dringend fragen, welchen Ton sie in der digitalen Sphäre dulden wolle und wie sie jene schützen könne, die mit ihrer Arbeit die Demokratie am Leben hielten. Ihre eigene psychische Verfassung habe sich nach einer Therapie stabilisiert, und sie sei optimistisch, dass das dunkle Kapitel auch persönliches Wachstum ermöglicht habe. Claudia Brenner bleibt eine Stimme, die nicht leiser geworden ist, und die Entschlossenheit, mit der sie nun an die Öffentlichkeit zurückkehrt, hat vielen Beobachtern Respekt abverlangt.

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