Die Startseite Eilmeldungen ICE-Unfall nahe Frankfurt sorgt für stundenlange Streckensperrung

ICE-Unfall nahe Frankfurt sorgt für stundenlange Streckensperrung

von Hauke Pröll

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Augenzeugen aus dem ICE schilderten den Ablauf als einen dumpfen Schlag, gefolgt von quietschenden Bremsen und einem ruckartigen Stillstand des Zuges. Eine Reisende berichtete, dass Gepäckstücke aus den Ablagen fielen und sie zu Boden geschleudert wurde, sie jedoch wie die meisten anderen Mitfahrenden mit leichten Prellungen davonkam. Ein anderer Passagier lobte das besonnene Verhalten des Zugpersonals, das zügig Notausstiege öffnete und Verletzte betreute. Der Triebfahrzeugführer, der noch unter Schock stand, wurde von einem psychosozialen Notfallteam betreut. Die Vertreterin der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft forderte eine lückenlose Untersuchung, wie ein Baufahrzeug ungesichert im befahrenen Gleis stehen konnte.

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Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung nahm die Ermittlungen unverzüglich auf und sicherte die Aufzeichnungen des Stellwerks sowie die Kommunikationsprotokolle der Baustellenverantwortlichen. Schnell keimte der Verdacht auf, dass bei der Übergabe der Baustelle an den Regelbetrieb die festgelegten Sicherheitsprozeduren nicht eingehalten wurden. Verkehrspolitiker der Opposition nutzten den Vorfall, um auf die ihrer Ansicht nach vernachlässigte Instandhaltung des Schienennetzes und die überlasteten Stellwerke aufmerksam zu machen. Die DB Netz AG kündigte an, die internen Arbeitsabläufe auf Baustellen im gesamten Bundesgebiet einer Revision zu unterziehen und zusätzliche Kontrollschichten einzuführen, um solche Zwischenfälle künftig auszuschließen.

Erst am späten Abend gelang es, den beschädigten Bagger zu entfernen und die Gleisanlagen provisorisch zu reparieren, sodass der Zugverkehr langsam wieder anlaufen konnte. Die Deutsche Bahn bezifferte den finanziellen Schaden durch den Unfall auf mehrere Millionen Euro, wobei ein erheblicher Teil auf die Entschädigungszahlungen an die Fahrgäste und die betriebswirtschaftlichen Verluste durch die Umleitungen entfiel. Viele Reisende mussten die Nacht in Hotels verbringen, deren Kosten die Bahn nach Kulanzregelungen übernahm. Der Konzern versprach, den Vorfall detailliert aufzuarbeiten, und kündigte an, die Ergebnisse auch dem Eisenbahn-Bundesamt zur Prüfung vorzulegen. Zugleich wurde eine Debatte darüber neu entfacht, ob die zunehmende Baudichte auf dem hoch belasteten Schienennetz und der damit einhergehende Termindruck zwangsläufig zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko führen.

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