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Vermisstenfall in den Alpen: Bergwacht sucht Wanderer

von Hauke Pröll

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Seit dem Wochenende läuft in den bayerischen Alpen eine groß angelegte Suchaktion nach einem 55-jährigen Wanderer aus München, der allein zu einer anspruchsvollen Tour auf die Zugspitze aufgebrochen und nicht zurückgekehrt war. Der Mann, ein erfahrener Bergsteiger mit jahrzehntelanger Alpinerfahrung, hatte seine Frau am Freitagnachmittag darüber informiert, dass er die Route über das Höllental nehmen wolle und am Abend im Münchner Haus übernachten werde. Als auch am Samstag kein Lebenszeichen von ihm eintraf und das Handy nicht mehr erreichbar war, alarmierte die Familie die Polizei. Die Wetterbedingungen waren zu Beginn der Tour noch stabil, doch in der Nacht zum Samstag zog überraschend eine Kaltfront mit starken Gewittern und Schneefall auf, die die Suche akut erschwerte.

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Die Bergwacht Bayern koordinierte den Einsatz von mehr als sechzig Retterinnen und Rettern, die das weitläufige Gelände zwischen der Höllentalangerhütte und dem Gipfelplateau systematisch durchkämmten. Zwei Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras suchten das Gebiet aus der Luft ab, während Suchhunde speziell trainierter Staffeln die schroffen Fels- und Geröllfelder abschnüffelten. Aufgrund der Neuschneeauflage und der dadurch rutschigen Pfade gestaltete sich der Einsatz jedoch als extrem gefährlich für die Retter. Einsatzleiter Markus Koller erklärte, dass die Suchenden in drei Teams unterteilt worden seien, um die vielversprechendsten Spuren gleichzeitig verfolgen zu können, und dass man auch die Möglichkeit eines Absturzes in eine der zahlreichen Spalten im Höllentalferner nicht ausschließe.

Die Familie des Vermissten verbrachte die bangen Stunden in einem nahegelegenen Hotel in Grainau. Ein Polizeibetreuer stand ihr zur Seite und informierte sie laufend über den Fortgang der Suchmaßnahmen. Die Ehefrau schilderte, ihr Mann habe die Route genau geplant und sei stets mit vollständiger Ausrüstung unterwegs gewesen, einschließlich Steigeisen, Seil und Biwaksack. Sie widersprach damit Mutmaßungen, es handele sich um einen leichtsinnigen Alleingänger, und betonte, dass er zahllose ähnliche Touren ohne Zwischenfälle unternommen habe. Die Bergretter werteten auch die GPS-Daten des Mobiltelefons aus, die den letzten Standort im Bereich des Höllentaleingangs zeigten, bevor die Verbindung abbrach.

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