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Schwerer Sturm trifft Küstenregionen Mecklenburg-Vorpommerns unerwartet

von Hauke Pröll

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Ein ungewöhnlich heftiger Sturm hat in den frühen Abendstunden des Dienstags weite Teile der Küstenregion Mecklenburg-Vorpommerns erfasst und binnen weniger Stunden enorme Schäden angerichtet. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatten ursprünglich lediglich vor einer stürmischen Wetterlage mit Windböen um die 70 Kilometer pro Stunde gewarnt, doch innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich das Tiefdruckgebiet zu einem orkanartigen Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde. Die plötzliche Intensivierung überraschte sowohl die Behörden als auch die Bevölkerung, die vielerorts nicht mehr rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen treffen konnte. Besonders betroffen waren die Inseln Usedom und Rügen sowie die Hansestadt Stralsund, wo der Sturm binnen Minuten Bäume entwurzelte, Dächer abdeckte und Fahrzeuge durch die Luft schleuderte. Für viele Anwohner war es eine Nacht des Schocks, weil mit einer solchen Wucht zu dieser Jahreszeit niemand gerechnet hatte.

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Die materiellen Schäden beliefen sich bereits in den ersten Stunden auf ein erhebliches Ausmaß. Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken waren durch umgestürzte Bäume und abgerissene Stromleitungen blockiert, der regionale Zugverkehr musste vollständig eingestellt werden. In mehreren Gemeinden fiel der Strom aus, teilweise waren über 20.000 Haushalte ohne Elektrizität, während die Energieversorger einen Blackout von mindestens 48 Stunden befürchteten. Auf Rügen stürzte ein Baukran auf ein Wohnhaus, wodurch das Gebäude schwer beschädigt wurde; die Bewohner hatten das Haus jedoch rechtzeitig verlassen können. Im Hafen von Sassnitz rissen sich mehrere Boote los und trieben führerlos auf der Ostsee, was die Wasserschutzpolizei zu einer aufwändigen Bergungsaktion zwang. Zudem deckte der Orkan auf Campingplätzen Zelte und Wohnwagen ab, sodass Urlauber panisch in feste Unterkünfte flüchteten.

Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem gesamten Bundesland waren die gesamte Nacht über im Dauereinsatz. Neben den örtlichen Wehren wurden auch Einheiten aus dem Binnenland wie aus Neubrandenburg und Rostock angefordert, um die Küstenorte zu unterstützen. Ein Campingplatz nahe Zinnowitz musste komplett evakuiert werden, da der Sturm die alten Buchenwälder direkt am Strand gefährlich ins Schwanken brachte und die Feuerwehr eine akute Lebensgefahr durch herabstürzende Äste sah. Mehrere Personen erlitten leichte bis mittelschwere Verletzungen, vor allem durch herumfliegende Teile und Stürze bei der Flucht, Todesopfer wurden nach ersten Erkenntnissen jedoch nicht registriert. Das Deutsche Rote Kreuz richtete Notunterkünfte in Turnhallen und Gemeindezentren ein, um den Gestrandeten eine sichere Bleibe zu bieten. Die Rettungshundestaffeln durchkämmten die verwüsteten Gebiete, um sicherzugehen, dass sich keine weiteren Menschen unter Trümmern befanden.

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