Am frühen Morgen brach in einem Betrieb des Chemieparks Leverkusen ein Feuer aus, das sich innerhalb kürzester Zeit zu einem ausgedehnten Großbrand entwickelte und eine riesige schwarze Rauchwolke über das Rheinufer steigen ließ. Die automatischen Brandmelder hatten kurz nach drei Uhr angeschlagen, und als die Werksfeuerwehr eintraf, standen bereits mehrere Tanks mit organischen Lösungsmitteln in Flammen. Aufgrund der chemischen Substanzen kam es zu mehreren kleineren Explosionen, die die Löscharbeiten erschwerten. Die Werkleitung alarmierte umgehend den öffentlichen Rettungsdienst und löste den vorgegebenen Notfallplan für benachbarte Produktionsanlagen aus. Die schwarze, weithin sichtbare Rauchsäule verbreitete sich in nördliche Richtung und sorgte schon bald für besorgte Anrufe bei den Behörden.
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Über die Warn-App Nina sowie über Radiodurchsagen wurde die Bevölkerung unverzüglich aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Klimaanlagen abzuschalten und das Gebiet um den Chemiepark weiträumig zu meiden. Eine vorsorgliche Warnung vor möglichen Schadstoffen in der Luft wurde für die Stadtteile Wiesdorf, Manfort und Rheindorf herausgegeben. Aus Sicherheitsgründen stellte die Deutsche Bahn den Zugverkehr auf den Strecken durch Leverkusen vorübergehend ein, und die Autobahn A1 wurde kurzzeitig in beiden Richtungen gesperrt. Kindergärten und Schulen blieben auf Anordnung der Stadtverwaltung geschlossen, und die Anwohner wurden gebeten, sich nicht im Freien aufzuhalten. Die Polizei richtete Sperrbezirke ein und kontrollierte den Zugang, um Schaulustige fernzuhalten und die Einsatzkräfte nicht zu behindern.
Die Feuerwehr Leverkusen, unterstützt von Einheiten aus Köln, Düsseldorf und dem Rheinisch-Bergischen Kreis, war mit einem Großaufgebot von über 300 Kräften vor Ort. Spezialfahrzeuge zur Schaumerzeugung und eine Drehleiter mit Wasserwerfer kamen zum Einsatz, um die Flammen von einer sicheren Distanz aus zu bekämpfen. Parallel dazu führten Messtrupps kontinuierlich Luftproben durch, um die Konzentration giftiger Gase zu überwachen. Messungen ergaben, dass der Gehalt an Chlorwasserstoff und anderen Verbindungen erhöht, jedoch unterhalb der akuten Gefahrenschwelle blieb, was die Behörden zu einer vorsichtigen Entwarnung für die benachbarten Wohngebiete veranlasste. Die Löscharbeiten zogen sich bis in die Nachmittagsstunden hin, weil die Brandherde immer wieder aufflammten und nur schrittweise erstickt werden konnten.
