Private Kleinanleger verfolgten den Rekord mit einer Mischung aus Stolz und Sorge. Viele haben in den vergangenen Jahren ihr Erspartes in ETF-Sparpläne auf den DAX gesteckt und sehen ihre Depots nun im satten Plus. Zugleich ist die Erinnerung an die Kurseinbrüche der Vergangenheit noch präsent, und mancher fragt sich, ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg gekommen sein könnte. Bankberater empfehlen, weiterhin breit gestreut zu bleiben und nicht auf kurzfristige Kursbewegungen zu schielen.
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Die politische Reaktion auf den Börsenrekord fiel verhalten aus. Das Bundesfinanzministerium verwies auf die Stabilität des Finanzplatzes Deutschland und die Bedeutung eines funktionierenden Kapitalmarkts für die Altersvorsorge. Wirtschaftsstaatssekretärin Sabine Hepperle nannte die Entwicklung ein erfreuliches Zeichen des Vertrauens der Märkte in die deutsche Unternehmenslandschaft, warnte aber davor, den DAX als alleinigen Gradmesser für die wirtschaftliche Lage der breiten Bevölkerung zu sehen. Denn was an der Börse glänzt, kommt in vielen Fabrikhallen und Handwerksbetrieben längst nicht an.
Der Rekord zeigt aufs Neue, wie stark die deutschen börsennotierten Konzerne von ihren internationalen Geschäften profitieren, während die Binnenwirtschaft schwächelt. Der DAX reflektiert nur bedingt die Lage im Inland, da ein großer Teil der Umsätze im Ausland erzielt wird. Solange die globale Konjunktur einigermaßen intakt bleibt und die Notenbanken eine sanfte Landung hinbekommen, sprechen viele Argumente für weiter steigende Kurse. Ob der Index die Marke von 18.000 Punkten in diesem Jahr noch knackt, hängt letztlich davon ab, wie sich die geopolitischen Krisen weiterentwickeln und ob die europäische Währungshüter das richtige Tempo für die Zinswende finden.
