Die deutschen Automobilhersteller kämpfen mit einem deutlichen Umsatzrückgang im abgelaufenen dritten Quartal, der die Branche in eine zunehmend angespannte Lage versetzt. Nach vorläufigen Zahlen der Konzerne sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um durchschnittlich knapp acht Prozent, wobei vor allem die Nachfrage nach Verbrenner-Modellen in China und Europa einbrach. Der Volkswagen-Konzern musste einen Rückgang von über zehn Prozent verkraften, während auch BMW und Mercedes-Benz teils signifikante Einbußen meldeten. Die Autobauer sehen sich mit einer Mischung aus schwächelnder Weltkonjunktur, geopolitischen Unsicherheiten und einem nur schleppend anlaufenden Hochlauf der Elektromobilität konfrontiert, der die Kosten in die Höhe treibt, ohne kurzfristig entsprechende Margen zu liefern.
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Ein zentraler Grund für die Misere ist der Einbruch auf dem chinesischen Markt, der über viele Jahre als Wachstumsmotor galt. Einheimische Hersteller wie BYD und Nio drängen mit technologisch gleichwertigen, aber preisgünstigeren Elektromodellen massiv in den Vordergrund und haben den deutschen Premiumanbietern Marktanteile abgenommen. Hinzu kommen monatelange Lieferkettenprobleme bei Halbleitern und Akkus, die die Produktion immer wieder stocken lassen. Die Konzerne versuchen gegenzusteuern, indem sie neue, eigens für China entwickelte Fahrzeuge schneller auf den Markt bringen, doch der Druck wächst. So notierte die VW-Tochter Audi ein Absatzminus von zwölf Prozent im Reich der Mitte, während das Joint Venture mit SAIC dringend neu verhandelt wird.
Auch auf den Heimatmärkten und im übrigen Europa sieht das Bild nicht besser aus. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher infolge gestiegener Zinsen und anhaltender Inflation dämpft die Nachfrage nach Neuwagen erheblich. Außerdem sorgt die Diskussion um ein mögliches Verbot des Verbrennungsmotors ab 2035 für Verunsicherung bei Kunden, die sich bei der Anschaffung eines Fahrzeugs noch nicht auf die Elektrotechnologie festlegen wollen. Die Autohändler klagen über volle Höfe mit unverkauften Hybridfahrzeugen, die eigentlich als Brückentechnologie gedacht waren. Die Rabattschlachten, die einige Hersteller daraufhin starteten, drücken zusätzlich auf die Margen, ohne die Verkaufszahlen merklich anzukurbeln.
