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RWE baut tausend Stellen im Braunkohlebereich ab

von Hauke Pröll

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Der Energiekonzern RWE hat den Abbau von rund eintausend Arbeitsplätzen in seinem verbleibenden Braunkohlegeschäft angekündigt, das in den kommenden Jahren im Zuge des vereinbarten Kohleausstiegs schrittweise zurückgefahren wird. Betroffen sind vor allem die Tagebaue Garzweiler und Hambach sowie die dazugehörigen Kraftwerke im Rheinischen Revier. Der Stellenabbau soll sozialverträglich über Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit und Abfindungen gestaltet werden, betriebsbedingte Kündigungen werden ausgeschlossen. RWE-Personalvorstand Katja van Doren erklärte, der Konzern wolle die Transformation in Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung möglichst geräuschlos bewältigen.

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Die Hintergründe sind politisch vorgezeichnet. Der 2020 beschlossene Fahrplan zum Ausstieg aus der Kohleverstromung sieht vor, dass spätestens 2030 das letzte Braunkohlekraftwerk vom Netz geht. Ursprünglich war dieser Termin für 2038 vorgesehen, doch die Ampelkoalition hatte die Beschleunigung durchgesetzt, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. In den Tagebauen wird die Kohleförderung gedrosselt, und die bereits geplante Verkleinerung der Abbauflächen bedeutet, dass zahlreiche Kumpel und Ingenieure ihre angestammten Aufgaben verlieren. Die Gewerkschaft IG BCE zeigte sich dennoch zuversichtlich, weil parallel neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstünden.

RWE selbst investiert massiv in Wind- und Solarparks sowie in Wasserstoffprojekte und will bis 2040 klimaneutral sein. Das Unternehmen betont, dass der überwiegende Teil der Belegschaft im Rheinland gebraucht werde, um diese neuen Vorhaben umzusetzen. So entstehen in den Abbaugebieten große Flächen für Photovoltaik und Windkraft, und ehemalige Tagebaulöcher werden zu Pumpspeicherseen umgebaut, die als Stromspeicher dienen. Der Konzern bietet den Mitarbeitern umfassende Qualifizierungsprogramme an, um vom Baggerfahrer zum Servicetechniker für Windkraftanlagen umzuschulen.

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