Ein junges Münchner Unternehmen namens SkyLog hat in einer Testregion im oberbayerischen Pfaffenwinkel den Regelbetrieb einer Paketzustellung per Lastdrohne aufgenommen. Die batteriebetriebenen Multikopter transportieren Sendungen mit einem Gewicht von bis zu fünf Kilogramm über Distanzen von maximal dreißig Kilometern direkt von einem Umschlagzentrum zu Abholstationen in den Gemeinden. Die Initiative wurde vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert und von der örtlichen Industrie- und Handelskammer als Modellprojekt für den ländlichen Raum ausgezeichnet. SkyLog-Gründerin Dr. Theresa Gruber erklärte, es gehe nicht darum, den herkömmlichen Paketboten zu ersetzen, sondern die Versorgung in dünn besiedelten Gebieten zuverlässiger zu machen.
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Der technische Ansatz stützt sich auf vollautomatisierte Drohnen, die mit redundanten Navigationssystemen und Fallschirmen ausgestattet sind, um selbst bei einem Ausfall der Motoren kontrolliert landen zu können. Die Fluggeräte folgen vorab genehmigten, digitalen Korridoren und kommunizieren ständig mit einem Leitstand, der jederzeit per Hand eingreifen kann. SkyLog hat für die Betriebsgenehmigung ein aufwändiges Zertifizierungsverfahren beim Luftfahrtbundesamt durchlaufen und gilt nun als eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das eine derartige Regelzulassung für wiederholte kommerzielle Transportflüge erhalten hat. Der Strom für die Akkus stammt aus Ökostrom und wird in Solarcarports an den Abholpunkten zwischengeladen.
Die ersten Praxiserfahrungen wurden mit gemischten Reaktionen der Bevölkerung aufgenommen. Während viele Anwohner die schnelle Lieferung von Arzneimitteln aus der nächsten Apotheke schätzen, da der nächste Botendienst vierzig Minuten mit dem Auto braucht, befürchten andere eine Verlärmung des Himmels und einen Eingriff in das Landschaftsbild. SkyLog hat daher die Flugrouten so gelegt, dass sie Siedlungen und Naturschutzgebiete weiträumig umfliegen, und die Propeller wurden so konstruiert, dass sie im Flug nur noch etwa die Lautstärke eines vorbeifahrenden Fahrrads erreichen. Bei einer Bürgerversammlung in Weilheim wurde zudem zugesichert, dass sämtliche Flugdaten öffentlich einsehbar und keinerlei Kameraaufnahmen der Privatgrundstücke gemacht werden.
