Die Ankündigung des Stellenabbaus traf in der Region trotzdem auf gedämpfte Stimmung. Viele Familien im Rheinischen Revier sind seit Generationen mit dem Bergbau verbunden, und der Verlust dieser Identität wiegt schwer. Die Revierstädte wie Erkelenz, Jüchen und Bedburg haben bereits jetzt mit dem demografischen Wandel zu kämpfen, und das Versiegen der gut bezahlten Industriearbeitsplätze könnte die Abwanderung junger Leute beschleunigen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen verspricht Strukturhilfen in Milliardenhöhe, die in Forschungseinrichtungen, Verkehrsprojekte und die Ansiedlung neuer Industrien fließen sollen.
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Die Opposition im Düsseldorfer Landtag kritisiert die Geschwindigkeit des Jobabbaus als sozial unverantwortlich und fordert, den Kohleausstieg zu strecken, um der Region mehr Zeit für den Strukturwandel zu geben. Auch die FDP warnt vor Versorgungsengpässen, sollte der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mit der Abschaltung der Kraftwerke Schritt halten. Die zuständige Bundesnetzagentur sieht das Netz dagegen stabil genug, da genügend Reservekraftwerke im In- und Ausland zur Verfügung stünden.
Für RWE ist der Personalabbau auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit, weil der Betrieb der Braunkohleanlagen mit sinkender Auslastung immer unwirtschaftlicher wird. Das Unternehmen peilt an, die Zahl seiner Beschäftigten im gesamten Konzern bis 2025 durch natürliche Fluktuation leicht zurückzuführen und sie dann im Bereich der grünen Sparte wieder aufzustocken. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die versprochene Brücke in eine neue Energiezukunft für die Belegschaft wirklich trägt oder ob der Strukturwandel doch mit mehr Härten verbunden ist, als derzeit absehbar ist.
