Die Startseite Gesundheit Diabetes-Leitlinie empfiehlt umfassende Ernährungsumstellung bei Typ-2

Diabetes-Leitlinie empfiehlt umfassende Ernährungsumstellung bei Typ-2

von Hauke Pröll

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Die Arzneimittelindustrie beobachtet die Entwicklung aufmerksam, da eine erfolgreiche Ernährungsumstellung den Bedarf an Antidiabetika senken könnte. Hersteller von Insulin und oralen Antidiabetika verweisen jedoch darauf, dass die Mehrzahl der Patienten langfristig nicht ohne Medikamente auskommt und dass die Kombination aus Lebensstiländerung und modernen Wirkstoffen wie SGLT-2-Hemmern oder GLP-1-Rezeptor-Agonisten am besten abschneide. Die Leitlinie sieht dieses Zusammenspiel ausdrücklich vor: Medikamente sollen dann zum Einsatz kommen, wenn die Lebensstiländerung allein die Zielwerte verfehlt.

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Um die neuen Empfehlungen zu verbreiten, finanzieren die Krankenkassen in zwanzig Modellregionen ein Projekt, bei dem Betroffene an einem mehrmonatigen Kochkurs teilnehmen können, der von Diätassistenten und Ernährungsmedizinern begleitet wird. Erste Erfahrungen aus Hamburg und München zeigen, dass die Teilnehmer nicht nur Gewicht verlieren, sondern auch ihre Medikamente reduzieren können. Die Nachfrage ist hoch, und die Teilnehmer loben vor allem die Gruppendynamik, die dabei helfe, Rückfälle zu vermeiden.

Die überarbeitete Leitlinie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss begrüßt, der darüber berät, ob diese Ernährungsprogramme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden. Während die Beratungen laufen, bereiten sich die diabetologischen Schwerpunktpraxen darauf vor, ihre Konzepte umzustellen. Für die Betroffenen selbst könnte die neue Strategie bedeuten, dass sie künftig nicht nur ein Rezept für Tabletten bekommen, sondern eine konkrete Anleitung, wie sie mit einer veränderten Einkaufsliste ihren Blutzucker in den Griff bekommen.

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